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Windows Programme unter Linux

An sich ist Linux zwar nicht in der Lage, Windows-Programme auszuführen - da jedoch viele Nutzer beim Umstieg von Windows auf Linux gerade das eine spezielle Programm vermissen, zu dem es unter Linux noch keine geeignete Alternative gibt, haben die Entwickler drei prinzipielle Varianten entwickelt, das Unmögliche eben doch möglich zu machen.
Als Linux-Nutzer hat man daher die Möglichkeit, mit einem Programm die Windows-Bibliotheken unter Linux nachzubilden, man greift auf einen Terminal-Server zurück oder man kann Virtualisierungssysteme beziehungsweise Emulatoren nutzen.

Nachbildung der Windows-Bibliotheken unter Linux


Das bereits seit 15 Jahren bestehende WINE-Project (Abkürzung von "Wine is not an emulator") hat es sich zur Aufgabe gemacht, Windows-Bibliotheken als Open-Source-Code nachzuprogrammieren. Daher können jetzt wichtige Windows-Programme vom Internet-Explorer bis hin zu älteren Office-Varianten unter Linux installiert und genutzt werden.
Leider stößt aber die Kompatibilität bei Spezialfunktionen an ihre Grenzen, Wine eignet sich aufgrund seiner etwas umständlichen Handhabbarkeit nicht für Linux-Einsteiger und natürlich wird es stets der aktuellen Windows-Version hinterher hinken.
Die beiden ersten Probleme wurden gelöst mit der kommerziellen Variante zu Wine: CrossOver. Dieses bietet die unterschiedlichsten Zusatzfunktionen, erleichtert die Installation einiger beliebter Programme und hilft bei der Integration dieser Programme in den Linux-Desktop.

Terminal-Server


Das zweite Verfahren, um Windows-Programme auf Linux-Rechnern zu verwenden, besteht darin, in einem lokalen Netzwerk einen zentralen Windows-Server einzurichten, auf den dann alle in diesem Netzwerk befindlichen Rechner zugreifen können.
Windows wird dann zwar physikalisch auf dem Server ausgeführt, wird aber über ein Netzwerkprotokoll auf dem lokalen Rechner angezeigt und ist auch dort zu bedienen.
Bei dieser Variante ist der anfängliche Konfigurationsaufwand natürlich sehr hoch. Zusätzlich ist eine Multi-User-Lizenz erforderlich.

Virtualisierungssysteme beziehungsweise Emulatoren


Bei diesem Ansatz wird ein virtueller Rechner nachgebildet, auf dem Windows ausgeführt wird. Windows läuft dann in einem Fenster in Linux. Da Windows selbst installiert wird, gibt es keine Kompatibilitätsprobleme - es ist aber eine volle Windows-Lizenz erforderlich.


Was ist Linux ?

Linux ist zum einen ein Betriebssystem und zum anderen noch viel mehr als das.
Als Betriebssystem ist Linux eine Alternative zu Microsoft Windows und Apples Mac OS X. Die Aufgabe eines Betriebssystems besteht darin, die elementaren Grundfunktionen zur Verfügung zu stellen wie zum Beispiel die Verwaltung der Hardware, des Speichers und des Dateisystems, die gleichzeitige Ausführung mehrerer Programme und so weiter.
Mit Linux ist aber meist nicht nur das Betriebssystem gemeint, sondern auch die riesige Sammlung von Programmen, die unter Linux ausgeführt werden, allerdings unabhängig von Linux entwickelt wurden und werden. Hier gibt es die unterschiedlichsten Linux-Distributionen, die derartige Programme unter unterschiedlichen Gesichtspunkten für die Anwender bündeln, also gewissermaßen eine Art Vorauswahl treffen, damit man sich seine Programme nicht einzeln aus dem Internet herunterladen und installieren muss.

Freie Verfügbarkeit von Linux


Das wohl bekannteste Merkmal von Linux ist seine freie Verfügbarkeit.
Das bedeutet aber nicht nur, dass es kostenlos ist, sondern ebenso, dass sein gesamter Quellcode frei im Internet verfügbar ist - deswegen wird es auch Open-Source-Software genannt.
Für einzelne kommerzielle Linux-Distributionen muss man trotzdem bezahlen - aber nicht für die Software, sondern für das Service-Angebot: CDs/DVDs, Support, Handbücher oder Sicherheits-Updates.

Installation und Live-System


Linux ist zwar grundsätzlich zur Installation auf einer Festplatte gedacht. Es gibt jedoch auch Linux-Distributionen, die direkt von CD oder DVD ausgeführt werden können - ohne jegliche Installation (sogenannte Live-Systeme).
Dies ist ungemein praktisch, wenn man eine Linux-Distribution erst einmal unverbindlich ausprobieren möchte oder aber, wenn die eigene Festplatte streikt und/oder man Reparaturen am eigenen System durchführen möchte.

Sicherheit und Viren


Die oft gestellten Fragen, ob man unter Linux ein Virenschutzprogramm braucht, ob man Angriffe von Trojanern und anderen Schädlingen zu befürchten hat, sind für Desktop-Benutzer ganz einfach zu beantworten: Nein.
Bei dem Einsatz von Linux als Server, insbesondere als Webserver, gibt es wesentlich mehr Sicherheitsprobleme, so dass dann zumindest der Einsatz einer Firewall erforderlich ist.