Linux for beginners
Der historische Hintergrund
Bei Linux handelt es sich um ein Betriebssystem (genauer gesagt um den Kernel eines Betriebssystems) welches auf Basis von GNU entwickelt worden ist, welches als Gegenbewegung zu Unix entstand. Die Geschichte von Unix und Linux ist jedoch eng miteinander verbunden und beginnt in den 70er Jahren. Der Quellcode von Unix war frei verfügbar und wurde an Universitäten gegen Bezahlung der Veröffentlichungskosten frei verteilt. Anfang der 80er trat jedoch der kommerzielle Gedanke bei Unix in den Vordergrund, weshalb AT&T beschloss Unix zu vermarkten und den Code nicht mehr öffentlich zur Verfügung zu stellen. Studentische Bewegungen waren darüber nicht sehr amüsiert und Richard Stallman gründete das GNU Projekt, als Gegenbewegung zur kommerziellen Vermarktungsstrategie von AT&T. Das unix-ähnliche Betriebssystem verbreitete sich an den Universitäten sehr rasant, die Entwicklung des Kernels der jedoch zu der damaligen Zeit noch fehlte, verlief sehr schleppend. Die GNU-Entwicklung wurde in den 90er Jahren weiter vorangetrieben, dennoch musste GNU aufgrund des fehlenden Kernels auf Unix-Varianten mittels eines GNU-Compilers zurückgreifen. 1991 gelang jedoch für GNU der Durchbruch als Linus Torvald einen Kernel entwickelte, der später einfach nur Linux hieß, entwickelte. Torvald hat das Betriebssystem mehr oder weniger versehentlich entwickelt, da er ursprünglich ein Programm schreiben wollte, das betriebsunabhängig arbeitet und seinen PC optimieren würde, nach Fertigstellung merkte er, dass er ein Betriebssystem geschrieben hatte. Im alltäglichen Sprachgebrauch, ist mit dem Begriff Linux oft das Betriebssystem gemeint, doch eigentlich handelt es sich um den Kernel. Korrekt müsste man von GNU/Linux sprechen, wenn man das Betriebssystem meint.
Weiterentwicklungen von Linux
Die Weiterentwicklung von Linux unterliegt den Richtlinien von GNU GPL (General Public License) eine Free Software Foundation, die nach den Copyleftprinzip arbeiten, d.h. Programmcode der Programmcode erweiterter der von GPL lizenziert wurde, darf nur dann weiterverbreitet werden, wenn es auch von GPL lizenziert wurde. Das spannende an GNU GPL ist, dass es keine Organisation o.ä. gibt, die sich um die Lizenzierung kümmert, sondern dass es sich um einen steuerfreien Wohlfahrtsverband handelt, deren Ziel es ist, freie Software zu entwickeln. Dank Internet, E-Mail, Foren und Usenet, ist es den Programmieren einfach möglich sich über die Weiterentwicklungen zu Linux auszutauschen und Beiträge zu leisten, weshalb eine stetige Entwicklung gewährleistet wird.
Distributionen und Einsatzgebiete
Da es sich bei Linux nur um einen Kernel handelt, werden Programme benötigt, die geschrieben werden müssen, um Linux lauffähig zu machen. Ein Paket an solchen Programmen nennt man Distribution. Die ersten Linuxdistribution wurde recht zeitnah nach der Entwicklung des Kernels Linux entwickelt, da Linux ohne Software nicht funktionierte. Die erste Distribution waren MCC Interim Linux, Yggdrasil Linux und Softlanding Linux System, welche jedoch noch sehr proprietär waren, doch bald wurden die Distrubitionen umfangreicher und somit entstanden durchaus interessante Alternativen für bereits bestehenden Betriebssystemen, wie der Platzhirsch Microsoft. Zu Beginn der Entstehung der Distributionen wurden diese von Einzelnen vorangetrieben, heute hingegen handelt es sich um Gemeinschaften, wie z.B. Red Hat, SUSE oder Mandriva, die über das Internet oder CDs/DVDs vertrieben werden.
Linux kann als Desktopvariante installiert werden, dank starker Konkurrenz durch Windows und einer ungewohnten Oberfläche verwenden dies aber nur wenige User in der Praxis. Linux in Netzwerken bietet aber durchaus einige Vorteile, da die zentrale Administration und teure Schulungen nicht mehr notwendig sind, ein bekanntes Beispiel hierfür ist das LiMux Projekt der Stadt München, welches als Ziel hat, mehr als 15.000 Rechner in der Stadtverwaltung mit Linux zu installieren. In Serverumgebungen hat Linux einen größeren Marktanteil. Gründe hierfür sind, dass Linux mit Unix kompatibel sind, dass die Serversoftware für Datenbanken etc. kostenlos ist und die Wartung sehr einfach ist und das System äußerst stabil läuft. Die bekannteste Linux-Server-Installation ist LAMP (Linux, Apache, MySQL und PHP), aber auch Software der Firma SAP ist mittlerweile auf Linuxdistributionen lauffähig. Mittlerweile ist Linux auch auf den kleinen Geräten angekommen wie z.B. auf Handys. Eine durchaus mittlerweile sehr bekannte Distribution für den Markt der mobilen Endgeräte ist die von Google veröffentliche Linuxdistribution Android, welches sich in den vergangen Monaten einer immer größer werdenden Beliebtheit erfreut.
Man sieht, Linux hat sich in den letzten 20 Jahren sehr stark weiterentwickelt und die Tendenz zu mehr Erfolg und Akzeptanz ist durchaus sehr positiv zu bewerten.