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Ein Computernerd richtet sich ein

Das perfekte Zimmer

Wenn sich ein Computernerd einrichtet, muss zunächst einmal das passende Zimmer zur Verfügung stehen. Nicht jede Wohnung taugt gleich viel, denn der monströse PC benötigt viel Platz. Verschiedene Nachttische müssen im Raum untergebracht werden, denn schließlich müssen alle Babys ihr Örtchen finden. Bei den Babys handelt es sich natürlich nicht um das, was normale Menschen darunter verstehen. Es sind Softwarehüllen und Gamepads gemeint - wie es sich für einen echten Nerd eben gehört.
Das Zimmer muss über Vorhänge verfügen. Ein Nerd mag es dunkel und die Außenwelt hat er noch nie gesehen. Tag und Nacht verbringt er vor seinem Computer und knallt wilde Monster ab. So sieht ein geregelter Tagesablauf eines Nerds aus. Wenn all dies erledigt wurde, bringt ihm seine Mutter ab und zu einen Napf mit Milch vorbei, denn schließlich muss er sich von etwas ernähren. Kurz gegessen und schon kann die Schlacht weitergehen. Für einen hohen Wohlfühlfaktor benötigt der Nerd eine verschließbare Tür.

Grelle Farben müssen sein

Ein Nerd liebt es schrill und bunt. Kein Gegenstand darf wie der andere aussehen, Individualität spielt eine wichtige Rolle. Während ein normaler Mann mit seinem Auto protzt, tut dies ein Computernerd mit seinem PC. Es wird getunt, was es das Zeug hält. Das Gehäuse sollte möglichst gefährlich aussehen und bei Nacht leuchten. Giftgrün ist eine beliebte Farbe, denn sie zeigt die wahre Seele des Nerds. Er ist ein Einzelgänger, der von allen verlassen wurde. Deshalb muss er sich von seiner Außenwelt abgrenzen und es ihr zurückzahlen. Am Computer geht dies am besten. Dazu ist ein leistungsstarker Prozessor notwendig, der jedes Spiel zu einem wahren Genuss macht. Die Gegner müssen leiden, denn irgendwie muss der Nerd schließlich Frust ablassen. Eine Freundin hatte er noch nie und in den Weiten des Internets gestaltet sich die Suche relativ kompliziert. Es existieren zwar Communitys, doch die Konkurrenz ist dort groß. Viele andere Männchen streiten sich um wenige Weibchen. Browsergames bieten einem Nerd spannende Kämpfe, in denen er sich mit anderen Personen aus seinem sozialen Umfeld messen kann. Doch nicht jedem Nerd geht es so schlecht. Manche hatten schon einmal eine Freundin, aber kommen von ihrem Computer einfach nicht mehr los. Sie lieben es zu zocken und wollen das geile Gefühl nicht mehr vermissen, wenn sie einen Gegner auf möglichst elegante Art und Weise erledigt haben. Edle Schlafsofas befinden sich im Zimmer, doch sie finden keine Anwendung. Denn geschlafen wird nie. Die Schlacht ruft und es gilt die Welt von Feinden zu befreien.

Die optimale Software

Das Spiel muss schnell laufen und deshalb wird verstärkt auf optimale Software zurückgegriffen. Natürlich ist die Hardware sehr wichtig, doch wenn der Computer zugemüllt ist, bringt auch die schnellste Grafikkarte nichts. Unter den Betriebssystemen hat Apple den besten Ruf, aber es fehlt noch an einigen Spielen. Es sind nur moderne Games verfügbar, die im Schnitt auch etwas mehr kosten. Doch ein Nerd spart nicht an seiner Ausrüstung und steckt das benötigte Geld hinein.
Nicht alle Nerds zocken Tag und Nacht. So gibt es einige Informatiker, die lieber an ihren Programmen herumbasteln. Dazu bietet sich das Betriebssystem Linux an. Es ist einfach zu bedienen und ermöglicht es, den Quellcode zu verändern. Unter Windows ist dies sehr schwer und erfordert zusätzliche Arbeitsschritte. Zudem ist Linux frei erhältlich und verursacht keine weiteren Kosten. Alle Programme können dort kostenfrei aus dem Internet gesaugt werden, was dem Grundkonzept dieses Betriebssystems entspricht. Einfach auf den Sofas oder natürlich Ecksofas gemütlich machen und abwarten, bis alles installiert ist. Anschließend kann der Spaß beginnen. Ein Laie könnte mit so einer Freizeitbeschäftigung herzlich wenig anfangen, doch ein Nerd blüht dabei förmlich auf. Der Computernerd von heute lebt diesen Stil.